Rolf Hegetusch, Werke zur Zeit in der Galerie

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Seine ungewöhnlichen, zugleich verhaltenen und intensiven Farbwirkungen erreicht Rolf Hegetusch mit ungewöhnlichen Techniken. Für seine Wachstafeln trägt er Pigmente und Paraffin auf Leinwände und Holzplatten auf, in dem Sinne, dass die Farbe nicht an der Oberfläche aufscheint, sondern in die transparente Schicht eingegossen ist – mit ebenso gewichtigem wie fragilem, zugleich körperhaftem und immateriellem Ergebnis: Schon in früheren Schaffensphasen war es sein Anliegen gewesen, etwas so Flüchtiges wie die Lichterscheinung als Farbe dauernd festzuhalten. Gleichzeitig macht er bewusst, dass Farbe in ihrer Abhängigkeit vom Licht immer vergänglich bleibt, wechselhaft wie die Stimmungen, die sie Ausdrückt. Ebenso wichtig und aussagekräftig ist das Material in den Arbeiten mit transparenten asiatischen Papieren, die schichtweise aufeinander geklebt und übermalt, teils für stärkere Kontrastwirkungen beziehungsweise zum abschliessenden Ausgleich der Komposition vorher eingefärbt werden.

Mit der betonten, mithin irritierenden Unschärfe seiner Farbwirkungen stellt Rolf Hegetusch auf zugleich zeittypische und sehr persönliche Weise Zuverlässigkeit und Verbindlichkeit unserer visuellen Wahrnehmung in Frage. Aber natürlich negiert er damit nicht unsere Fähigkeit Kunst zu verstehen, sondern verweist vielmehr darauf, dass wir dafür nicht nur unsere Augen, sondern auch unsere Empfindungen sensibilisieren müssen. Indem wir diese in die Betrachtung des Bildes einbringen, treten wir in einen Dialog mit ihm. Dieser wird gefördert durch die räumliche Wirkung, die sich je nach Standpunkt der Betrachtenden stetig verändert. Sie rührt daher, dass sich die Farbmaterie nicht an der Oberfläche, sondern in einer nur schwer lokalisierbaren tieferen Schicht befindet und, dass die einzelnen Farbfelder diffus, nicht klar begrenzt sind und dadurch in Schwingung geraten.

Text: Martin Kraft