BENDICHT FRIEDLI DER NIESEN IN SEINER KUNST

Einladung zum Begrüssungsapéro Dienstag, 1. Oktober 2019, 17 Uhr in der Galerie Kunstreich, Gerechtigkeitsgasse 76, Bern

 

Vom 30. September bis 9. Oktober ist der Niesen für einmal nicht nur Schirmherr des Thunersees – er ist auch zu Gast in der Galerie Kunstreich, «zum Berg aufgestapelt» vom Berner Oberländer Maler Bendicht Friedli. So zieren nun Kunstkartenboxen, die Friedlis Arbeiten über die markante und mystische Bergpyramide am Thunersee gewidmet sind, ein Schaufenster der Galerie. Wir freuen uns, Sie beim Begrüssungsapéro willkommen heissen zu dürfen!

Achtung: Die Plätze sind begrenzt. Wir bitten Sie, sich für den Begrüssungsapéro anzumelden.

Anmeldung Begrüssungsapéro

Die Galerie ist jeweils
Montag 14.00 – 18.30 Uhr
Dienstag – Freitag 10.00 – 18.30 Uhr
Samstag 9.00 – 16.00 Uhr
durchgehend geöffnet

Der Niesen ist einer der eindrücklichsten Berge der Alpen.

Als solcher war er auch eines der Lieblingsmotive des Oberländer Malers und Arztes Bendicht «Bänz» Friedli. Während seiner langen Malerkarriere hat Friedli den Niesen in jeder nur erdenklichen Stimmung und Perspektive porträtiert, und ihn in über 400 Bildern in Aquarell, Öl und Acryl sowie in kleinen Skizzenbüchern festgehalten und ihm damit ein künstlerisches Denkmal gesetzt.

Der Werd & Weber Verlag gibt in Zusammenarbeit mit der Stiftung Linette & Bendicht Friedli die Kunstkartenbox «Bendicht Friedli. Der Niesen in seiner Kunst» heraus. Diese Box vereint 50 der schönsten Niesen-Porträts aus dem Nachlass von Bendicht Friedli.

Bendicht Friedli, Goldniesen, 1979
Öl, 63,5 x84,5 cm, Privatbesitz

Der Kunstsammler Hans Suter über Bendicht Friedlis
Niesen-Œuvre

Der Niesen war und ist als markante Bergpyramide seit jeher für viele Künstler und Künstlerinnen attraktiv: für die Kleinmeister, für berühmte Künstler wie Cuno Amiet, Ferdinand Hodler, Johannes Itten, Paul Klee, August Macke, Otto Morach, J. M. William Turner und für zeitgenössische Künstler wie Samuel Buri, Fritz Bütikofer, Etienne Clare, Alfred Glaus, Paul Gmünder, Knud Jacobsen, Ernst Morgenthaler, Helene Pflugshaupt, Jean-Frédéric Schnyder, Thomas Seilnacht, Gottfried Tritten, Willi Waber, Cécil Wick und für den in Unterseen bei Interlaken als Arzt und Künstler tätig gewesenen Bendicht Friedli (1930 bis 2014). Von 1972 bis 1994 zeichnete und malte er in einem Atelier in Felden, Sigriswil, mit einer besonders schönen Sicht auf den Niesen. In seinem umfangreichen Œuvre finden sich weit über 100 Niesen-Gemälde, vorwiegend mit Acrylfarben in einer leuchtenden Farbigkeit gemalt. Eine repräsentative Auswahl von 50 Bildern dokumentiert das vielfältige rechts- und linkshändige kreative Schaffen des Künstlers.

Hans Suter

Bendicht Friedli, Weisse Wolke, 1998
Acryl, 65 x 100 cm, Kunstsammlung Hans & Marlis Suter

Stiftung Linette & Bendicht Friedli

Der umfangreiche Nachlass ist in einer vom Künstler und seiner Ehefrau gegründeten Stiftung hinterlegt. Er wird verdienstvoll ehrenamtlich betreut von Erwin Kolb, Mitglied im Stiftungsrat der Stiftung Linette & Bendicht Friedli.
(Tel. 033 855 18 08, info@bendichtfriedli.ch)

Bendicht Friedli:
Der Niesen in seiner Kunst

50 Kunstkarten, 18,3 x 13 x 5,4 cm
ISBN 978-3-03818-196-5

CHF 39.–

Tragetasche «Bendicht Friedli: Der Niesen in seiner Kunst»
(Vorder- und Rückseite)

Künstler: Bendicht Friedli
Tragetasche, 37 x 43 x 12 cm

CHF 10.–

Eine weitere Auswahl der Niesenbilder ist in der Galerie ausgestellt und kann käuflich erworben werden.

Der Maler und Künstler Bendicht Friedli
Bendicht Friedli wurde 1930 in Bern geboren. Nach dem Medizinstudium bildete er sich zum Arzt für Allgemeinmedizin aus. 1956 heiratete er die Stadtbernerin Linette Richard. 1959 eröffnete er eine Hausarztpraxis in Unterseen. Schon früh zeigte sich sein zeichnerisches Talent. 1988 wurde der Wunsch, vermehrt kreativ tätig zu sein, stärker. Er übergab seine Praxis einem Nachfolger. Was zu erwarten war, traf ein: In seiner zweiten Berufung setzte ein äusserst produktives, diszipliniertes und freudvolles Schaffen ein, das bis zu seinem Tod in Unterseen im Jahre 2014 ununterbrochen anhielt.

Bendicht Friedli experimentierte gerne. Nach jahrelanger Beschränkung auf das lineare Zeichnen in und nach der Natur entstanden um 1970 mit dem Skalpell angefertigte Papierschnitte in kontrastreichen Gitterstrukturen. 1975 widmete sich der mathematisch begabte Künstler während mehrerer Jahre der geometrisch-konkreten Kunst. Er schuf völlig eigenständige, minutiös gestaltete monochrome Aquarelle und raumtäuschende Acrylfarben. Dann wurde er zunehmend farbiger. Er fand zu einer ausgesprochen wohltuenden, reinen Farbigkeit mit einer seltenen Leuchtkraft.

In den 90er-Jahren folgte eine eigenwillige Umstellung. Um dem anlagebedingten Hang zum Perfektionismus und einer eventuell sich anbahnenden Routine zu entfliehen, zeichnete und malte der Rechtshänder fortan nur noch linkshändig. Er holte sich so die lockere Kreativität der vorschulischen Kindheit zurück. Die Zeichnungen und Gemälde datierte und signierte er entsprechend in Spiegelschrift.

Seine Motive fand der Künstler in seiner nächsten Umgebung: Berge – immer wieder Niesen und Stockhorn, das Brienzer Rothorn, das Wetterhorn, Eiger, Mönch und Jungfrau –, Katzen, Kühe, Blumen und Bäume. Er hielt sie in knappen Umrissen in kleinen Skizzenbüchern mit einem Bleistiftstummel fest. Im Atelier setzte er sie dann in freier Gestaltung in Gemälde um.

Seit 1972 wurde sein kreatives Schaffen im Kanton Bern und in anderen Kantonen in vielen Einzel- und Gruppenausstellungen in Galerien, Kunsthäusern und Museen gezeigt. Es ist in zwei Bildbänden (Haupt 1989 und Stämpfli 2000) gut dokumentiert und von Peter Killer beschrieben.

Bendicht Friedli suchte und fand in seinem originellen, phantasievollen und experimentierfreudigen Schaffen immer wieder neue Wege. Als Persönlichkeit war er humorvoll, geistreich im Gespräch, mit spontanen, träfen Bemerkungen, nie verletzend. Seine Bildtitel sind präzise, oft witzig.

Hans Suter